Über 30 Jahre im Gesundheitsmarkt, von der Herstellerseite und aus dem Ehrenamt

Meine Erfahrung im Gesundheitsmarkt kommt aus zwei Richtungen, die sich gegenseitig geschärft haben.

Beruflich habe ich als internationale Marketing- und Vertriebsleitung beim internationalen Weltmarktführer medi GmbH & Co.KG gearbeitet, mit Verantwortung weit über den deutschen Markt hinaus. Das hat mir einen Blick geschenkt, den nur wenige in dieser Branche mitbringen: Ich kenne nicht nur das deutsche Gesundheitssystem, sondern auch, wie andere Länder Versorgung organisieren. Jedes System hat seine eigenen Stärken und Schwächen, und jedes verlangt seinen Bürgerinnen und Bürgern ein anderes Maß an Eigenverantwortung ab, manche deutlich mehr als Deutschland, manche weniger. Dieser Vergleich schärft den Blick dafür, was am deutschen System tatsächlich gegeben und was nur gewohnt ist.

Unsere Kunden waren Sanitätshäuser, Apotheken, Ärzte und Kliniken. Wir haben Produkte für sie entwickelt und gefertigt und ihre Vermarktung vorangetrieben, im engen, direkten Kontakt ebenso wie über unsere Handelsvertreter. Im Gesundheitsmarkt zählt dabei nicht nur, was der Kunde will, sondern vor allem, was ein Krankheitsbild tatsächlich braucht. Fast alle Produkte, mit denen ich gearbeitet habe, waren verordnungsfähig, manche sogar verordnungspflichtig, das verändert die Anforderungen an Beratung, Schulung und Kommunikation grundlegend.

Ich habe Schulungen selbst konzipiert und durchgeführt: zur korrekten Anpassung, zu gutem Verkaufen, zur fundierten Ausbildung des Personals in Sanitätshäusern. Ich habe mich mit Krankheitsbildern auseinandergesetzt und direkt mit Ärztinnen und Ärzten besprochen, was Patientinnen und Patienten tatsächlich brauchen.

Parallel dazu läuft seit 40 Jahren meine ehrenamtliche Tätigkeit beim BRK. Schon in der Schulzeit und während meiner Ausbildung habe ich auf Stationen im Klinikbereich und im Rettungsdienst gearbeitet, später vorrangig an Klinik-Stützpunkten. Medizinische Fachbegriffe, direkter Patientenkontakt, das Verständnis für ärztliche, pflegerische und organisatorische Abläufe waren dadurch nie fremdes Terrain für mich, sondern gelebter Alltag, oft über Jahrzehnte, bevor sie beruflich relevant wurden.

Gefühl ist KPI. Reibung ist das Signal. Umsetzung ist der Beweis.

Diese Haltung ist aus genau dieser doppelten Erfahrung gewachsen: aus der unternehmerischen Seite, die verstehen musste, was Sanitätshäuser, Apotheken und Kliniken wirklich brauchen, und aus der ehrenamtlichen Seite, die tagtäglich erlebt hat, wie sich das für Patientinnen und Patienten tatsächlich anfühlt.

Was mich in dieser Branche unterscheidet

Mir macht niemand etwas vor, weder fachlich noch menschlich. Ich kenne die Perspektive der Herstellerseite, die Perspektive des Fachhandels, die Perspektive der Klinik, und die Perspektive der Patientin oder des Patienten, die manchmal einfach keine Lust hat oder nicht versteht, warum gerade nur dieser eine Weg funktioniert. Ich wurde selbst oft genug angemeckert, wenn Verständnis fehlte, das gehört zur Erfahrung dazu, nicht nur die Erfolge.

Diese Patientenperspektive kenne ich nicht nur aus dem Ehrenamt und dem Rettungsdienst. Ich kenne sie auch aus mir selbst. Was will ich, wenn es um meine eigene Gesundheit geht? Wie will ich mich fühlen? Wann fühle ich mich überhaupt gesund? Diese Fragen stelle ich mir selbst genauso wie ich sie beruflich bei anderen beobachte, und genau das unterscheidet meine Arbeit von rein theoretischem Fachwissen.

Wie geht etwas leichter? Wie wird es verständlich? Wie begegnet man Menschen, die gerade nicht mitziehen wollen oder können? Das sind keine theoretischen Fragen für mich. Das ist die Praxis, aus der heraus ich heute mit Klinikleitungen, MVZ-Inhaberinnen und -Inhabern und Sanitätshaus-Führungskräften arbeite.

Mein Anliegen: Raus aus der Opferrolle, hinein in Eigenverantwortung

Im internationalen Vergleich sieht man deutlich: Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit ist keine Naturkonstante, sondern eine Frage der Systemgestaltung. Manche Länder verlangen ihren Bürgerinnen und Bürgern spürbar mehr eigene Entscheidung ab als Deutschland, andere weniger. Beides hat Vor- und Nachteile. Aber es zeigt: Wie viel Eigenverantwortung ein System einfordert, ist gestaltbar, keine feste Größe.

In den kommenden Jahren wird Eigenverantwortung im deutschen Gesundheitsmarkt wichtiger, für Fachkräfte genauso wie für Patientinnen und Patienten. Das gelingt nicht, indem man sich hinter Sätzen versteckt wie „geht halt nicht anders“, „dafür können wir auch nichts“ oder „beschweren Sie sich an der richtigen Stelle“. Solche Sätze fühlen sich in dem Moment vielleicht wie Selbstschutz an, verstärken aber langfristig genau die Ohnmacht, die sie eigentlich abwehren sollen.

Mein Anliegen ist es, den Gesundheitsmarkt an dieser Stelle weiterzubringen: weg von der Opferrolle, sowohl bei denen, die im System arbeiten, als auch bei denen, die versorgt werden, hin zu einer Haltung, in der jede und jeder für Gesundheit und Gesundsein wieder mehr eigene Entscheidungen trifft. Das beginnt bei Führung: Wer selbst in Eigenverantwortung führt, kann sie auch bei anderen fördern, im Team wie im Kontakt mit Patientinnen und Patienten.

Im Gespräch

Wenn Sie spüren, dass Reibung in Ihrem Haus Zeit, Energie oder gute Mitarbeitende kostet, lassen Sie uns sprechen. Im Gespräch klären wir, wo Ihre größte Reibung liegt und welcher Einstieg für Sie passt.

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